Endoprothetische Versorgung der Retropatellararthrose (Wave / PFJ)

ENDOPROTHETICUM Rhein-Main / Prof. Dr. med. K.P. Kutzner

Teilersatz des Kniegelenks bei Retropatellararthrose (Kniescheibenarthrose)

Die Retropatellararthrose, auch als patellofemorale Arthrose oder Kniescheibenarthrose bekannt, ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die den Knorpel hinter der Kniescheibe betrifft. Diese Erkrankung kann zu erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Wenn konservative Behandlungen nicht mehr ausreichen, bietet die endoprothetische Versorgung eine effektive Lösung zur Wiederherstellung der Gelenkfunktion und Verbesserung der Lebensqualität. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der endoprothetischen Versorgung der Retropatellararthrose, einschließlich Indikationen, Verfahren, Vorteilen und Nachsorge.


Grundlagen der Retropatellararthrose

Ursachen und Symptome

Die Retropatellararthrose entsteht durch eine Kombination von Faktoren wie mechanische Überlastung, Verletzungen und degenerative Prozesse. Übergewicht und sportliche Aktivitäten, die das Knie stark belasten, können den Knorpelabbau beschleunigen. Verletzungen wie Patellaluxationen und Fehlstellungen wie X-Beine oder O-Beine tragen ebenfalls zur Erkrankung bei.

Typische Symptome sind:

  • Schmerzen hinter der Kniescheibe, besonders beim Treppensteigen oder längeren Sitzen.
  • Steifheit und Schwellungen im Knie.
  • Knirschende Geräusche bei Bewegung.


Diagnostik der Retropatellararthrose

Die Diagnostik der Retropatellararthrose beginnt mit einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT und CT sind entscheidend für die genaue Beurteilung des Knorpelschadens und die Planung der endoprothetischen Versorgung.


Konservative Behandlungsoptionen

Bevor eine endoprothetische Versorgung in Betracht gezogen wird, werden oft konservative Behandlungsansätze ausprobiert:

  • Physiotherapie: Stärkung der Muskulatur um das Knie, Verbesserung der Beweglichkeit und Reduktion der Belastung auf die Kniescheibe.
  • Medikamentöse Therapie: Einsatz von Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten.
  • Orthopädische Hilfsmittel: Verwendung von Knieorthesen und speziell angepassten Schuheinlagen.


Indikationen für die Endoprothetik

Eine endoprothetische Versorgung wird in Betracht gezogen, wenn:

  • Konservative Behandlungen keine ausreichende Schmerzlinderung bieten.
  • Die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt ist.
  • Es zu fortschreitenden Gelenkschäden kommt.

Die Entscheidung hängt auch von individuellen Faktoren wie Alter, Aktivitätsniveau und allgemeiner Gesundheit ab.


Endoprothetische Optionen bei der Retropatellararthrose (Mini-Implantate)

Patellofemorale Teilprothese (Wave / PFJ)

Bei einer auf die Patellofemoralregion begrenzten Arthrose kann eine patellofemorale Teilprothese eingesetzt werden. Diese Prothese ersetzt nur den geschädigten Bereich hinter der Kniescheibe und erhält die restlichen Gelenkstrukturen.

Die patellofemorale Teilprothese ist eine spezialisierte Form der Knieprothese, die speziell entwickelt wurde, um Schäden im patellofemoralen Gelenk, dem Bereich hinter der Kniescheibe (Patella) und dem vorderen Teil des Oberschenkelknochens (Femur), zu behandeln. Diese Prothese ist eine weniger invasive Alternative zur Totalprothese des Knies und wird in Fällen eingesetzt, in denen die Arthrose oder der Knorpelschaden auf das patellofemorale Gelenk beschränkt ist.

Indikationen für die patellofemorale Teilprothese

Die patellofemorale Teilprothese wird in folgenden Fällen in Betracht gezogen:

  • Lokalisierte Arthrose: Patienten mit isolierter Arthrose des patellofemoralen Gelenks.
  • Fehlstellungen der Patella: Patienten mit Patellaluxationen oder -instabilitäten, die zu chronischen Schmerzen und Funktionseinschränkungen führen.
  • Versagen konservativer Therapien: Wenn physikalische Therapie, Medikamente und andere konservative Maßnahmen keine ausreichende Linderung bieten.
  • Jüngere Patienten: Patienten, die aufgrund ihres Alters und Aktivitätsniveaus keine Totalprothese benötigen oder möchten.

Vorteile der patellofemoralen Teilprothese

Die patellofemorale Teilprothese bietet mehrere Vorteile gegenüber der Totalprothese des Knies:

  • Geringerer chirurgischer Eingriff: Da nur ein Teil des Knies ersetzt wird, ist der Eingriff weniger invasiv.
  • Erhaltung der natürlichen Knieanatomie: Nur der geschädigte Bereich wird ersetzt, wodurch der Großteil des natürlichen Kniegelenks erhalten bleibt.
  • Schnellere Erholung: Patienten erholen sich in der Regel schneller und können schneller zu ihren normalen Aktivitäten zurückkehren.
  • Weniger postoperative Schmerzen: Aufgrund des geringeren chirurgischen Traumas haben Patienten häufig weniger postoperative Schmerzen.


Totalprothese (Knie-TEP)

Eine Totalprothese wird bei fortgeschrittener Arthrose mit Beteiligung mehrerer Gelenkabschnitte eingesetzt. Diese umfassende Lösung ersetzt das gesamte Kniegelenk und bietet langfristige Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung. Moderne Materialien und Techniken sorgen für eine hohe Langlebigkeit und bessere Lebensqualität.


Chirurgischer Ablauf

Der chirurgische Eingriff umfasst mehrere Schritte:

  • Vorbereitung: Umfassende präoperative Planung, einschließlich Bildgebung und physischer Untersuchung.
  • Operation: Entfernen des beschädigten Knorpels und Einsetzen der Prothese. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose.
  • Nachsorge: Intensive physiotherapeutische Betreuung zur Förderung der Heilung und Wiederherstellung der Gelenkfunktion.


Postoperative Rehabilitation

Die postoperative Rehabilitation ist entscheidend für den Erfolg der endoprothetischen Versorgung:

  • Frühzeitige Mobilisierung: Bewegungstherapien zur Vermeidung von Gelenksteifheit und zur Förderung der Heilung.
  • Physiotherapie: Individuelle Trainingspläne zur Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Schmerzmanagement: Einsatz von Medikamenten und alternativen Methoden wie Akupunktur und TENS zur Schmerzlinderung.


Langfristige Ergebnisse und Prognose

Die endoprothetische Versorgung der Retropatellararthrose kann zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität führen. Erfolgreiche Operationen bieten langfristige Schmerzlinderung und ermöglichen eine Rückkehr zu einem aktiven Lebensstil. Korrekte Indikationsstellung und regelmäßige Nachsorge und physiotherapeutische Maßnahmen sind entscheidend, um die Funktion der Prothese zu erhalten und Komplikationen zu vermeiden.


Fazit

Die endoprothetische Versorgung bietet eine effektive Lösung für Patienten mit Retropatellararthrose, bei denen konservative Behandlungen nicht ausreichen. Durch den Einsatz moderner Techniken und Materialien können Schmerzen gelindert und die Gelenkfunktion nachhaltig verbessert werden. Eine sorgfältige präoperative Planung, ein gut durchgeführter chirurgischer Eingriff und eine umfassende postoperative Rehabilitation sind entscheidend für den Erfolg der Behandlung.

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