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Hyaluronsäure und Eigenbluttherapie als Alternativen zur Endoprothese?

ENDOPROTHETICUM Rhein-Main / Prof. Dr. med. K. P. Kutzner

Können Hyaluronsäure und Eigenbluttherapie eine Endoprothese verhindern?

Mit zunehmender Gelenkabnutzung stehen viele Menschen vor der Entscheidung, ob sie ihre Lebensqualität durch eine Endoprothese (Gelenkersatz) verbessern sollen. Hyaluronsäure und Eigenbluttherapie (auch bekannt als ACP und PRP) sind in den letzten Jahren als potenzielle Alternativen ins Rampenlicht gerückt. Diese Therapien nutzen körpereigene Heilungskräfte und biologisch aktive Substanzen, um Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern. Doch wie wirksam sind sie wirklich? Können sie in fortgeschrittenen Fällen eine Endoprothese verzögern oder verhindern?


Wie funktionieren Hyaluronsäure und Eigenbluttherapie?


  • Hyaluronsäure wird direkt in das Gelenk injiziert, wo sie als Schmiermittel und Stoßdämpfer wirkt. Sie kann Gelenkgleiten verbessern und Entzündungen reduzieren, besonders bei sogenannten "trockenen" Arthrosen, bei denen das Gelenk reibungsbedingt schmerzhaft ist.
  • Eigenbluttherapie (ACP/PRP) basiert auf konzentrierten Blutplättchen, die reich an Wachstumsfaktoren sind. Diese regen die Regeneration von Gewebe an, lindern Entzündungen und fördern die Zellneubildung, was bei der Schmerzlinderung hilfreich sein kann.


Einsatzgebiete und Wirksamkeit bei fortgeschrittener Arthrose


Die beiden Behandlungsformen zeigen vielversprechende Ergebnisse bei leichter bis moderater Arthrose. In fortgeschrittenen Stadien sind die Erfolge jedoch oft begrenzt:

  • Kniearthrose: Studien haben gezeigt, dass Hyaluronsäure und PRP das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen und die Symptome bei mittlerer Arthrose lindern können. Bei stark zerstörtem Knorpel lässt die Wirksamkeit jedoch nach.
  • Hüftarthrose: Da das Hüftgelenk anatomisch tiefer liegt und empfindlichere Strukturen in der Nähe hat, ist die Anwendung von Hyaluronsäure oder PRP aufwendiger und birgt ein gewisses Risiko. Bei fortgeschrittener Hüftarthrose sinken die Erfolgschancen, da das Gewebe oft schon zu stark geschädigt ist.


Wann ist eine Endoprothese die bessere Lösung?


In Fällen, bei denen der Knorpelabrieb bereits weit fortgeschritten ist, können Hyaluronsäure und Eigenbluttherapie die Schmerzen meist nur kurzfristig lindern. Zu den Anzeichen, dass eine Endoprothese sinnvoller sein könnte, gehören:

  • Anhaltende Schmerzen, die auch nachts auftreten und den Schlaf beeinträchtigen.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit, die Alltagsaktivitäten einschränkt.
  • Keine oder nur geringe Verbesserung der Symptome nach Hyaluronsäure- oder PRP-Behandlungen.


Studienlage zur Wirksamkeit und Nachhaltigkeit


  • Langzeitstudien zur Hyaluronsäure zeigen, dass Patienten mit mittlerer Arthrose davon am meisten profitieren. Die positive Wirkung ist in der Regel auf etwa 6–12 Monate begrenzt, danach sinkt die Effizienz.
  • PRP-Studien haben eine leicht stärkere und länger anhaltende Wirkung bei mittlerer Arthrose gezeigt, insbesondere am Kniegelenk. Die schmerzlindernden Effekte können bis zu einem Jahr anhalten, sind jedoch stark von der Schwere der Arthrose abhängig.


Vorteile und Risiken der einzelnen Methoden


  • Hyaluronsäure: Einfach anzuwenden und gut verträglich, jedoch nur eingeschränkte Wirkung bei stark fortgeschrittener Arthrose.
  • ACP/PRP: Stärkere Wirkung bei leichter bis mittlerer Arthrose, jedoch aufwendiger in der Durchführung und teurer. In fortgeschrittenen Stadien ist die Wirksamkeit reduziert.


Wann ist eine Kombinationstherapie sinnvoll?


Für Patienten in mittleren Stadien der Arthrose kann eine Kombinationstherapie aus Hyaluronsäure und PRP oder auch anderen Ansätzen wie Physiotherapie und Bewegungstraining die besten Resultate erzielen. In den fortgeschrittenen Stadien kann jedoch oft nur noch eine Endoprothese langfristige Linderung und Beweglichkeit bieten.


Fazit: Hyaluronsäure und PRP als Option vor der Endoprothese



Hyaluronsäure und ACP/PRP bieten eine wertvolle, jedoch begrenzte Alternative zur Endoprothese für Patienten in frühen bis mittleren Stadien der Arthrose. Bei fortgeschrittener Arthrose sollten Patienten nach einem umfassenden Beratungsgespräch im ENDOPROTHETICUM abwägen, ob ein Gelenkersatz letztendlich nicht die nachhaltigere Lösung ist.

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